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Dr. Lönnig beschreibt den Vorgang zur Sperrung seiner Internetseite auf dem Server des MPI aus seiner Sicht.
Bericht
von
Karl Willnat

Zur Sperrung der Internetseite von Dr. Wolf-Ekkehard Lönnig auf dem Server des MPIZ Köln.
Dr. Lönnig ist Genetiker am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (MPIZ). Er hatte auf dem Server des Institutes Webseiten veröffentlicht, die sich kritisch mit der Evolution auseinandersetzten. Er handelte mit Erlaubnis des MPIZ. Eines Tages wurden die Seiten gesperrt ...

Verwendete Abkürzungen: Die Hauptpersonen:
Hintergrund
Dr. Lönnig arbeitet seit 1985 (mehr als 20 Jahre) als Genetiker am MPIZ in Köln. Seine Arbeitsgruppe für Pflanzengenetik setzte sich u.a. auch mit Ursprungsfragen auseinander. Mit Erlaubnis des MPIZ hat er mehr als 1.000 Seiten (ausgedruckt) auf dem Server des Institutes veröffentlicht. Seine Seiten enthielten von Anfang an einen Disclaimer. Damit war für jeden ersichtlich, daß es sich nicht um offizielle Standpunkte des MPIZ handelt. Nach eigenen Angaben bestanden die Veröffentlichungen zu 95 % aus naturwissenschaftlichen Ausarbeitungen, die das Ergebnis seiner langen Tätigkeit als Forscher waren. Die Anzahl seiner gesamten Arbeiten ging noch darüber hinaus. Unter den Texten befanden sich evolutionskritische Veröffentlichungen, die mit positiven Rezensionen begutachtet wurden. Außerdem hat Dr. Lönnig gemeinsam mit seinem zuständigen Abteilungsdirektor Prof. Saedler in internationalen Fachzeitschriften Veröffentlichungen publiziert.

Chronologie der Sperrung
11. Febr. 2002
Prof. Kutschera stellt seinen 1. Antrag bei Prof. Saedler auf Schließung der Institutshomepage von Dr. Lönnig auf dem Server des MPIZ Köln.

11. April 2002
Prof. Kutschera beschwert sich per eMail bei Prof. Saedler über das Weiterbestehen der Institutshomepage von Dr. Lönnig.

Er schreibt u.a.:
... Wir werden daher leider unsere Aktivitäten gegen die Kreationisten W. Gitt, S. Scherer, R. Junker, Ihren Mitarbeiter Loennig etc. fortführen müssen. [...] Es tut mir leid, dass ich Ihnen diese Schwierigkeiten bereiten werde. Es geht jedoch um die Naturwissenschaft Biologie und deren Aufrechterhaltung in Deutschland.
26. April 2002 gegen 14:30 Uhr
Prof. Kutschera macht Druck. Er beschwert sich erneut telefonisch bei Prof. Saedler über das Weiterbestehen der Institutshomepage von Dr. Lönnig und teilte darüber hinaus mit, daß er sich an den Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft wenden werde.

Ende März 2002
Prof. Saedler vom MPIZ teilte Prof. Kutschera mit, daß er seinem Mitarbeiter (Dr. Lönnig) Meinungsfreiheit zubillige, denn Toleranz beflügelt die Wissenschaft.

Ende Juli 2002
In einem Nachruf zu S.J. Gould in der Zeitschrift biologenheute ruft Prof. Kutschera indirekt zur Schließung der Institutionshomepage von Dr. Lönnig auf.

Februar 2003
Prof. Kutschera erhöht den Druck. Er hat über einen Briefwechsel zwischen Prof. Hölldobler und Prof. Gruss angekündigt, daß er das weltweit führende Wissenschaftsjournal Nature über die Inhalte auf der MPIZ-Homepage informieren werde, sollte innerhalb von 4 Wochen keine Kompromißlösung herbeigeführt werden. Dieser Hinweis auf eine bevorstehende internationale Aktivität der AG Evolutionsbiologie wurde ignoriert.

Anfang März 2003
Prof. Kutschera reichte bei der Nature-Redaktion (London) einen kurzen Correspondence-Artikel ein, in dem er den Fall Prof. Saedler / Dr. Lönnig in Kurzform beschrieb und kommentierte.

Darauf folgten Gespräche der Münchner Nature-Korrespondentin A. Abbott mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Prof. Gruss, Evolutionsbiologen und Wissenschaftlern sowie mit Prof. Saedler und Dr. Lönnig.

19. März 2003
Die Institutionshomepage von Dr. Lönnig auf dem Server des MPIZ wird vorläufig gesperrt, lediglich einige Links auf die private Homepage von Dr. Lönnig blieben erhalten. (Dort wurden seine wissenschaftlichen Arbeiten ersatzweise veröffentlicht)

2006
In diesem Jahr kommt die Angelegenheit in zwei Akten endgültig zum Abschluß.

1. Akt: Im Januarheft der Zeitschrift Max-Planck-Forschung erscheinen in der Rubrik "Notizen des Präsidenten" (Prof. Gruss) folgende Sätze:
... Intelligent Design heißt diese Lehre, die sogar schon in den amerikanischen Schulunterricht einfließt. [...] Auch wenn die Bewegung in Deutschland glücklicherweise kaum Widerhall gefunden hat, sehe ich die Angriffe auf die Wissenschaft mit Sorge. Es wäre dramatisch, wenn die Kampangne den Umgang der Gesellschaft mit wissenschaftlichen Mitteln verändern würde. [...] Und bei Intelligent Design handelt es sich um nichts anderes als ein Dogma, wie Axel Meyer [...] sehr klar darlegt. Die Wissenschaft hat über Jahrhunderte Prinzipien entwickelt, die eine Erweiterung des Wissens garantieren. Diese Prinzipien auszuhebeln wäre ein Rückschritt, nicht nur für die Evolutionsbiologie, sondern letztlich für die ganze Gesellschaft.
2. Akt: In einem Interview in der Fachzeitschrift Laborjournal äußerte Prof. Kutschera sein Missfallen an den privaten Links. Im September des gleichen Jahres distanzieren sich die vier Direktoren des MPIZ in Form eines Briefes an die Redaktion:
...[...] Um eine Verwechselung zwischen den persönlichen Meinungen und den Forschungsarbeiten der Wissenschaftler unseres Max-Planck-Institutes zu vermeiden, haben wir alle Links von der Institutions-Homepage auf private Internetseiten sowie alle persönlichen Meinungen geprüft und die von Herrn Dr. Lönnig entfernt .[...]
Anmerkungen
  • Es wurden alle Links geprüft, aber nur einer, der von Dr. Lönnig, wurde entfernt. Damit wurden nur die Links eines Evolutionskritikers entfernt, andere nicht. Das MPIZ vollzog somit eine eindeutige Wissenschaftszensur.

  • Eine Diskussion zu fachlichen Inhalten gab es nicht.

  • Diese Erklärung wurde von den Direktoren des MPIZ unterschrieben: Prof. Georg Coupland, Prof. Maarten Koomneef, Prof. Heinz Saedler, Prof. Paul Schulze-Lefert.
Auszüge aus dem Verbotsantrag von Prof. Kutschera
"Die Aussagen von Herrn Lönnig (auf der MPIZ-Homepage) sind zum Teil eindeutig gegen die international akzeptierten Grundsätze der Naturwissenschaft Biologie gerichtet und dienen der Verbreitung einer religiösen Weltanschauung, zu der sich der Autor in klaren Worten bekennt. [...] Trotz des "Disclaimers" des MPIZ möchte ich anfragen, ob Sie es für richtig halten, dass die Max-Planck-Gesellschaft derzeit als Verbreitungsorgan einer pseudowissenschaftlichen Ideologie missbraucht wird. Herr Lönnig hat selbstverständlich das Recht, seine kreationistische Weltansicht als Privatmann im Internet zu präsentieren. Es ist meiner Ansicht nach jedoch nicht akzeptabel, dass sein Arbeitgeber durch Bereitstellung von Internetseiten mit MPI-Logo diese religiös motivierte (anti-naturwissenschaftliche) Missionstätigkeit unterstützt. Über eine kurze Stellungnahme wäre ich sehr erfreut."

"Ende März 2002 teilte mir der angeschriebene, für die Homepage verantwortliche Abteilungsleiter mit, dass er seinem Mitarbeiter, Herrn Lönnig, Meinungsfreiheit zubillige, denn 'Toleranz beflügelt die Wissenschaft'. Diese offizielle Ansicht des MPIZ habe ich zur Kenntnis genommen."
Um welche Veröffentlichungen von Dr. Lönnig handelte es sich ?
Im Folgenden werden einige Artikel von Dr. Lönnig aufgelistet, die nach Auffassung von Prof. Kutschera "den international akzeptierten Grundsätzen der Naturwissenschaft Biologie" widersprechen. Diese Auflistung wurde der Homepage von Dr. Lönnig entnommen.

 Scientific interests
Diese Seite wurde ausdrücklich im Verbotsantrag genannt. Hier beschreibt Dr. Lönnig seine wissenschaftlichen Interessen.

 Publications
Auf dieser Seite hat Dr. Lönnig seine Publikationen veröffentlicht.

 2001 Mutagenesis Programme with Misopates and Studies on the Temperature-Sensitive obtecta Mutant of Antirrhinum majus (pp. 15 - 18 of the Scientific Report 2001)
Auf dieser Seite wurde der Scientific Report 2001 des MPIZ veröffentlicht.

 Evolution durch Genduplkationen ?

 Die Mendel`schen Gesetze in Erwin Baurs "Einführung in die Vererbungslehre" von 1911: Eine der frühesten und zugleich besten Darstellung der Thematik
Erwin Baur war Gründer des MPIZ. In dieser Publikation werden die Mendel`schen Regeln beschrieben.

 Johann Gregor Mendel: Why this discoveries were ignored for 35 (72) years (German with English summary)
Übers.: Gregor Mendel:: Warum die Entdeckungen 35 (72) Jahre ignoriert wurden. (Deutsch mit englischer Zusammenfassung)

 Artbegriff, Evolution und Schöpfung: Book Review by H. van Waesberghe in Theoretical & Applied Genetics (1990) 79: 431
Übers.: Artbegriff, Evolution und Schöpfung: Buch-Rückblick von "van Waesberghe" in Theoretischer & Angewandter Genetik (1990) 79: 431

 Zur Homologie der Blütenorgane: Goethe, Sex and Flower Genes (The Plant Cell 6:574-577)

 Kann der Neodarwinismus durch biologische Tatsachen widerlegt werden ?

 Hoimar von Ditfurth und der Lederbergsche Stempelversuch: Sind Antibiotikaresistenzen Beweis für Makroevolution im Labor ?

 Diskussion zu den Antibiotikaresistenzen

 Coryanthes und Catasetum: Bietet die symthetische Evolutionstheorie eine wissenschaftlich gesicherte Erklärung für den Ursprung der synorganisierten Strukturen dieser (und anderer) Orchideen ?

 Die Synthetische Evolutionstheorie und die Intilligent-Design-Theorie: Ein Vergleich (Diskussion des Haupteinwandes zu Coryanthes und Catasetum)

 Rezension des Buches EVOLUTION - EIN KRITISCHES LEHRBUCH von R. Junker und S.Scherer (4. Auflage 1998 und 5. Auflage 2001)

 Max Planck zum Thema Gott und Naturwissenschaft, Ein paar Zitate von Max Planck mit Anmerkungen von Dr. Lönnig

 War Robert Hooke (1635-1703) "one of the first proponents of a theory of evolution"?
Übers.: War Robert Hooke (1635-1703) "einer der ersten Verfechter einer Evolutionstheorie"?

 Ein paar offene Fragen der Evolutionstheorie sowie theologische Einwände von Evolutionstheoretikern zu Thema Intilligent Design
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Eine inhaltliche Bewertung dieser Seiten würde den Umfang diese Berichtes sprengen. Jeder Interessierte mache sich darum bitte selber ein Bild davon, ob es sich um wissenschaftliche Publikationen handelt oder diese "den international akzeptierten Grundsätzen der Naturwissenschaft Biologie" widersprechen. M.E. gehören diese Berichte wegen und trotz ihrer z.T. kontroversen Positionen in die öffentliche und wissenschaftliche Diskussion.

Eine kritische Analyse
Die Sperrung der Webseiten von Dr. Lönnig auf dem Server des MPIZ ist ohne Zweifel ein fragwürdiger Vorgang. Prof. Kutschera und alle weiteren Personen, die sein Anliegen unterstützten, haben der Wissenschaft einen Maulkorb gegeben. Wissenschaft muß ergebnisoffen sein, hier aber wurden "unumstößliche Vorgaben" gemacht. Evolution ist demnach eine bewiesene Tatsache, alles andere hat in der Wissenschaft nichts zu suchen. Kritiker widersprechen "den international akzeptierten Grundsätzen der Naturwissenschaft Biologie". Was diese Grundsätze sind, steht noch nicht fest. Solange diese Definition fehlt kann frei entschieden werden, was als wissenschaftlich und nach einem irgendwie festgestellten Konsens als richtig zu gelten hat. Ich möchte den Versuch unternehmen, Motivation und Sinn dieser Sperrung zu analysieren.

Welche Motivation steht hinter den Aktivitäten von Prof. Kutschera?
Nach mir vorliegender Information hat Prof. Kutschera keine Verantwortung innerhalb des MPI getragen. Diese lag in Händen von Direktoren, die nicht von ihm abhängig waren.

Liest man die Veröffentlichungen von Prof. Kutschera zum Thema ID und Kreationismus, so erkennt man eindeutig, wie intolerant er gegenüber diesen Auffassungen ist und mit welchem intensiven Eifer er sie bekämpft. Dr. Lönnig am MPIZ war nicht der einzige Fall. In einem offenen Brief an die hessische Kultusministerin setzte er sich dafür ein, daß ID und Kreationismus nicht an Schulen im Biologieunterricht gelehrt wird. Prof. Kutschera hinterfragt die Motivation einer Person. Stellt er fest, daß sie zu dem Kreis gehört, den er bekämpft, so werden die Aussagen dieser Person als unwissenschaftlich abgetan. Dabei übersieht er einen wichtigen Punkt: Gläubige, IDler und Kreationisten können auch Wissenschaftler sein, genauso wie Personen mit anderen Auffassungen. Prof. Kutschera setzt sich für eine "saubere" Wissenschaft ein. Logischerweise werden dadurch "Säuberungsaktionen" erforderlich, vorsorgliche (hessische Kultusministerin) und nachträgliche (Dr. Lönnig).

Das Bemühen um ein "reines Haus" kennen wir aus verschiedenen Bereichen des Lebens. Glaubensgemeinschaften sind um unverfälschte Überzeugungen bemüht, Vereine um die Einhaltung ihrer Satzungen, Unternehmen um die Identifikation der Mitarbeiter, ... Dagegen gibt es nichts zu sagen. Fragwürdig wird es aber, wenn sich außenstehende Personen um das "reine Haus" bemühen.

Im Fall Dr. Lönnig war Prof. Kutschera die Person von außen. Er hat sich in die Abläufe eines Institutes eingemischt, mit dem er nichts zu tun hatte. Seine Bemühungen, die anfangs erfolglos blieben, machten folgendes deutlich:
Mit dieser Erkenntnis hätte sich Prof. Kutschera zufrieden geben können, trotzdem wollte er sein Ziel erreichen. Gemeinsam mit Prof. Hölldobler machte er Druck auf das MPI. Als sich auch hier nicht der gewünschte Erfolg einstellte, wurde die Presse eingeschaltet. Erst der große öffentliche Druck brachte den gewünschten Erfolg.

Was hat nun Prof. Kutschera motiviert? Aufgrund der Datenlage ergibt sich für mich nur eine Erklärung: Er ist ein überzeugter WdrL.

Es bleibt abzuwarten, welche "Säuberungsaktionen" von ihm noch zu erwarten sind. Bedenkt man, daß er bereits diffamierend und mit Falschaussagen gearbeitet hat, dann ist Aufmerksamkeit geboten.

Warum hat das Max-Planck-Institut nachgegeben?
Hier stellt sich eine eigenartige Situation da. Dr. Lönnig arbeitete bereits mehr als 20 Jahre als Pflanzengenetiker am MPIZ. Seine privaten Veröffentlichungen (s. weiter oben) waren bekannt und erlaubt. Selbst als sich Prof. Kutschera um die Sperrung der Seiten bemühte, stand das MPIZ zu seinem Mitarbeiter. Dann kam der Wandel. Das MPI stellte sich gegen Dr. Lönnig, seine Veröffentlichungen wurden vom Server entfernt. Aus diesem Grund mußte Dr. Lönnig seine Publikationen anderweitig veröffentlichen. Auf dem Server des MPIZ blieb nach der Sperrung noch ein Link auf seine neue private Homepage. Mit Druck über die Presse hat Prof. Kutschera auch diese entfernen lassen. Prof. Gruss als Direktor des MPI und die Direktoren des MPIZ Köln haben sich den Aktivitäten einer Einzelperson gebeugt. Prof. Saedler ist von einem kollegialen Befürworter zu einem Gegner seines Mitarbeiters geworden. Fragen bleiben offen:

Andere Stimmen
"Toleranz beflügelt die Wissenschaft." (Prof. Saedler, Direktor am MPIZ)
Anm: Prof. Saedler gehört zu den führenden Evolutionstheoretikern der Welt. Sein Toleranzverständnis zeigt, dass man naturwissenschaftliche Argumente gegen der herrschenden Neodarwinismus (Synthetische Evolutionstheorie) wissenschaftlich gewinnbringend einsetzen kann. Diese Aussage war eine Antwort auf den Verbotsantrag. Unbegreiflich ist, warum er sich später gegen seinen Mitarbeiter Dr. Lönnig gestellt hat.
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"Herr Kutschera suggeriert ..., dass es 'international akzeptierte Grundsätze der Naturwissenschaft Biologie" gäbe, die einen Deutungsversuch von Herrn Lönnig verbieten würden. Diese Denkungsweise eines ideologischen Totalitätsanspruches erinnert an die terroristische Wissenschaftsauffassung kommunistischer Regime, ist aber in den westlichen Demokratien weltweit nicht erkennbar. Die freie Meinungsäußerung über die Deutung letztlich nicht geklärter Phänomene ist eine unabdingbare Voraussetzung auch für die naturwissenschaftliche Forschung in der Biologie. Institute und Vorgesetzte, die nach diesem Grundsatz handeln, ermöglichen für ihre Fachwissenschaftler eine freie Forschung." (Werner Gieffers)
Anm: Der Biologe W. Gieffers, Senior Scientist am MPIZ, hat in der ehemaligen DDR nicht nur diese terroristische Wissenschaftsauffassung, sondern auch brutale Verfolgung erdulden müssen.
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"Freilich ist es eine Eigenheit der Finalursache, dass ihr Vorliegen erst vom Ende des Prozesses her stringent nachgewiesen werden kann. Deshalb aber von vornherein die Denkmöglichkeit einer solchen Ausrichtung auszuschließen und jede Metaphysik der Natur als irrational 'Glücklich-durch-Glauben` - Mentalität zu diqualifizieren, ist 'Darwinismus' im üblen Sinn. Philosophisch gesehen fehlt der Evolutionstheorie für ein solch definitives Urteil das hinreichend feste Fundament." (Prof. Christian Kummer)
Anm: Prof. Kummer ist Vertreter der Evolutionstheorie. In einer abschließenden Erklärung auf den Seiten des VBiol hat er diese Aussage gemacht. Er dehnt seinen Ideologieverdacht interessanterweise auf Prof. Kutschera aus. Der Titel seines Beitrages lautete: "Ideologie auf beiden Seiten." Dieses Zitat ist eine abschließende Bemerkung zu einer These von Prof. Kutschera.
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Gegendarstellung von Prof. Kutschera
Den Abschnit "Chronologie der Sperrung" habe ich Prof. Kutschera vor Veröffentlichung zugeschickt mit der Bitte um Begutachtung. Er hat 2 Punkte kommentiert:
  • "Einen Antrag auf Schließung (Verbotsantrag) habe ich nie gestellt".

  • "Es ging mir ausschließlich darum, eine vernünftige Lösung herbeizuführen. Man hätte z. B. sämtliche Seiten mit einem Vermerk 'Privatmeinung des Autors' versehen können".
Diese Darstellung bedeutet, daß Dr. Lönnig, die Direktoren des MPIZ, die Presse und alle weiteren an dem Vorgang beteiligten Personen über mehrere Jahre das Anliegen von Prof. Kutschera falsch verstanden haben. Der Punkt müßte geklärt werden. Als Tatsache bleibt das Verfahren zur Schließung der Seiten aber bestehen. Darum habe ich den Bericht trotz der Gegendarstellung veröffentlicht.

Schlußbemerkung
Dr. Lönnig ist langjähriger Mitarbeiter am MPIZ. Wenn er "den international akzeptierten Grundsätzen der Naturwissenschaft Biologie" nicht entspricht, würde er für das MPIZ keine wissenschaftlichen Ergebnisse erzielen können. Sieht man sich aber seine Veröffentlichungen an, stellt sich ein völlig anderes Bild da. Einen unfähigen Mitarbeiter hätte das MPIZ abmahnen und entlassen können, beides ist aber nicht geschehen. Dr. Lönnig hat viel Forschungsarbeit für seinen Arbeitgeber geleistet. Ist dem MPIZ dabei nicht aufgefallen, daß er seiner Aufgabe wegen angeblich fehlender wissenschaftlicher Qualifikation nicht gerecht wurde? Brauchte es eine Fremdperson, um dem Institut die Augen zu öffnen?

Meine persönliche Wertung ist, daß hier im Interesse einer "reinen Lehre" diffamiert und gemobbt wurde. Im Internet findet man auf der Seite von Wikipedia nähere Informationen zum Thema Mobbing, auch im Hinblick auf die strafrechtliche Relevanz.

Quellen:
Autor:  Karl Willnat
Datum: August 2007
Änderungen vorbehalten.
Dr. Lönnig in eigener Sache (April 2009)
Bis heute wurde viel über diesen Vorgang diskutiert. Seitens Prof. Kutschera und Herrn Neukamm von der AG Evolutionsbiologie war es ein notwendiges Vorgehen im Interesse der Wissenschaft, andere dagegen, darunter auch ich selber, sehen es als einen Akt der Wissenschaftszensur an. Das MPIZ hat sich nach anfänglicher Toleranzbekundung dem Druck von Prof. Kutschera gebeugt, gewissermaßen als "Wissenschaftszensur wider Willen".

Inzwischen ist Dr. Lönnig im Ruhestand. Er hat den Vorgang aus seiner Sicht schriftlich niedergelegt und veröffentlicht. Interessierte Leser finden hier eine ausführliche Darstellung eines leidenschaftlichen Wissenschaftlers, der unverdient diskreditiert wurde. Vergeblich findet man in seinen Ausführungen Polemik oder andere unfreundliche Äußerungen. Dr. Lönnig zeigt eine menschliche Grösse, die man sich von seinen Kritikern nur wünschen kann.

Reaktionen seiner Kritiker (nach April 2009)
Nachdem Dr. Lönnig seine Darstellung der damaligen Vorgänge veröffentlicht hatte, erschienen darüber im Internet Kritiken, die nicht unkommentiert bleiben sollten.

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